Leben ohne Lampen 2. Tag: Ich seh‘ nichts, ey!!!

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Leben ohne Lampen, Tag 2:

Der Samstag Morgen war sonnig und ruhig und normal. Wir haben unsere Lampen nicht vermisst – die Jungs haben in der Küche sogar das Plissee vor das Fenster geschoben. Wahrscheinlich sind unsere Augen schon so an Dunkelheit gewöhnt 😉

Mit meiner Schwester und den Kindern war ich über vier Stunden im Tierpark und wir haben so viel Sonne getankt. Aber reicht das für einen düsteren Abend?

Wir kamen mit sehr müden Füßen und einem leeren Magen etwas genervt zuhause an – und es war dunkel. Ich schaltete das Ofen-Licht an und Emilian riss erstmal den Kühlschrank auf. Zu viert versuchten wir, Schuhe und Jacken wegzuräumen, ständig stolperte einer über irgendwas, die Kinder brauchten unsere Hilfe auf der Toilette und immer wieder rief es aus irgendeinem Zimmer: „Ich seh‘ nichts!!!“

Meine Schwester stieg sofort mitten ins Experiment ein und folgte brav unseren Regeln. Bis auf den Satz „Hier ist es ja wirklich dunkel!“, ließ sie sich nichts anmerken. Sie sagte, sie fühle sich wie im Mittelalter, wo man abends eben immer eine Kerze mit sich herumtrug.
Leben ohne Lampen messen (1)Ich wollte dann eigentlich Kuchen backen. Weil es aber schon ziemlich spät war, suchte ich mit Handylicht in meinem Kochbüchern nach herzhaften Back-Rezepten. Ich schaltete Musik im Wohnzimmer an, meine Schwester schickte die Kinder in die Badewanne und ich rührte einen Käse-Muffin-Teig zusammen. Bis auf ein bisschen verschüttetes Mehl und Probleme beim Ablesen Leben ohne Lampen Muffinsder Waage klappte das ganz gut. Stolz stellte ich fest, dass ich meine Griffe in den Backschrank auch fast blind beherrsche.

 

 

 

Leben ohne Lampen badenUnsere Samstags-Kerze leuchtete im Badezimmer und ich würde fast sagen, die Jungs haben sich an das romantische „bei Kerzenschein waschen und Zähne putzen“ gewöhnt. Neu ist, dass eben immer einer von uns mitgehen und für sie leuchten muss. Die Kinder drücken wesentlich öfter auf irgendeinen Lichtschalter als wir – aber sie lachen schon, wenn sie merken, dass keine Lampe angeht. Ich bin so froh, dass sie keine Angst mehr haben.

 

Später kam eine Freundin vorbei. Es klingelte an der Tür – doch weder sah sie mich, noch sah ich sie. Ich öffnete vorsichtig die Tür und wir mussten in dieser komischen Situation beide loslachen. Es ist nämlich wirklich, wirklich dunkel hier! (Ich frage mich, was die Nachbarn denken…)

Emilian verschüttete beim Abendessen seine Knister-Krümel vom Joghurt auf dem Boden und ich musste den Staubsauger holen. Nur nach Gehör erkannte ich, wo Krümel lagen. Ich öffnete kurz die Kühlschranktür, um auch in der Küche ein bißchen Licht für den Staubsauger zu haben. Noch können wir über kleine Pannen und Missgeschicke lachen… aber ich merke auch, wie kleine Schritte länger dauern und wie es mich manchmal einfache nervt, nichts zu sehen.

Nachher werden wir zuhause sein, während es draußen langsam dunkel wird. Und am Abend kommt Christian von der Dienstreise zurück. Es wird richtig düster im Haus sein, wenn er ankommt und ich bin sehr gespannt, was er sagt, wenn er zum ersten Mal „Leben ohne Lampen“ mitmacht.

Marit

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