Leben ohne Lampen 8. Tag: Fühl‘ mal, wie das schmeckt!

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Manchmal habe ich den Eindruck, wir sind mit den letzten Kräften unterwegs in Richtung Ziel. Die Aufregung der ersten Tage ist weniger geworden und so richtig konnten wir uns eben doch nicht gewöhnen. Ja: Das Licht fehlt uns!

Am Ende der Woche stelle ich fest, wieviel Arbeit liegengeblieben war! Wäsche, Haushalt, dreckige Fußböden, unbeantwortete Emails. An zwei Tagen in der Woche gehe ich nicht ins Büro und kümmere mich dann normalerweise um dieses Zeug. Aber der eine Tag war der mit den zugeklebten Scheiben und an dem anderen Tag lagen wir mehr oder weniger krank und schlapp auf der Couch.

Wenn keine Lampen brennen, dann spielt sich das Leben ab 17:30 Uhr um unsere Kerze herum ab. Da wird am Abend keine Arbeit nachgeholt. Ich bin besser darin geworden, in Dunkelheit Staub zu saugen, aber das Sortieren der Wäsche musste ich gestern lassen. Die Kinder haben mit Spielfiguren und einer Schatzinsel gespielt, das Kerzenlicht machte tolle räuberische Piratenstimmung – aber irgendwann wurde auch das anstrengend.

Kurz bevor ich zu einem Mädelsabend ging, bereitete ich für die Männer einen Geschmacks-Test vor, denn das war unsere Freitags-Challenge. Erst dachten wir, wir sollten uns gegenseitig irgendwelche essbaren Sachen in den Mund schieben und dann erraten, was es war. Aber zur Challenge gehörte auch ein Abendessen in völliger Dunkelheit.

Wir saßen also am Küchentisch, die Kerze brannte im Treppenflur. Es war ganz dunkel. Einerseits gab es Reis mit Gemüse, außerdem kosteten wir verschiedene Lebensmittel aus kleinen Schüsseln: Ketschup, Meersalz, Zuckerstreusel, Nutella, Erdnussbutter, Rosinen, Brotkrümel, Käse, Smarties, rohe Nudeln… Zahnpasta nahmen wir nicht.

Emilian futterte mutig auf, was wir ihm hinstellten und konnte auch alles richtig raten. Liam ekelte sich eher und musste die ungekochte Nudel und Marzipanschokolade wieder ausspucken. Nicht wissen, was kommt und die Geschmacksrichtung erraten zu müssen, kann eine kleine Herausforderung sein.
Danke Lumizil, für die guten Ideen!
Während ich zusammen mit Freundinnen lachte und quatschte, beendeten die Männer ihren Abend mit Popcorn und Familienkino.

Eine SMS von Lumizil informierte uns außerdem am Freitag morgen darüber, dass die ersten Lampenlieferungen auf dem Weg zu uns waren. Wir waren nicht zuhause und verpassten den ersten Postboten, der zweite stand mit einer Palette VOLLER Lampen schon oben im Garten und wartete auf uns. Ganz gechillt rauchte er seine Zigarette und weil wir nicht wussten, wie wir die Ladung heil die Treppen runter und ins Haus kriegen sollten, entfernten die Männer die Folie und trugen alle kleinen und großen Pakete ins Gästezimmer.So eine Aufregung! Aber NOCH können wir mit den neuen Lampen nichts anfangen, denn die Leuchtmittel werden erst vom LumiTEAM mitgebracht.

Die Pakete des ersten Postboten kamen dann auch sicher bei uns an und später am Nachmittag klingelte es zum dritten Mal. (Ich war sehr froh, dass die Lieferungen nicht schon am Donnerstag angekommen waren. Während des Abends vergaß ich nämlich immer wieder, dass ich als Grusel-Fuchs Schmetterling geschminkt war und hätte den netten Postboten wahrscheinlich den Schreck ihres Lebens eingejagt)
Der dritte Postbote war ganz verwirrt, weil er auf Grund der Größe seiner Ladung eher Ausschau nach einem Lampenladen gehalten hatte, den er beliefern sollte. Dass die Nummer 7 dann „nur“ einem Einfamilienhaus gehörte, konnte er gar nicht verstehen.

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Im Gästezimmer liegen jetzt neben unseren verstaubten alten Lampen ungefähr 30 große bis sehr große Pakete. Ich kann noch nicht sagen, dass wir es geschafft haben… aber die Vorfreude und Spannung steigt!!! Nur noch 1x schlafen!

 

Heute Nachmittag wird die Großfamilie zu Besuch kommen. Opa feiert Geburtstag und außerdem ist heute die letzte Chance, doch nochmalneugierig bei uns vorbeizuschauen und Teil des Experiments zu sein. Wir sind gern Gastgeber – auch ohne Lampen.

Marit

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